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Heinrich von Angeli wurde am 8. Juli 1840 in ungarischen Sopron
(damals Ödenburg) geboren, wo seine Eltern ein Gasthaus
betrieben. Seine Vorfahren, die einer altadeligen Patrizierfamilie
aus Venedig entstammten, waren seit dem 16. Jahrhundert in Tirol
ansässig. Schon sehr früh machte sich eine ausgeprägte
künstlerische Begabung bemerkbar. Von seinen Eltern nach Wien
gesandt, erregte er als 13jähriger durch ein in altmeisterlichem
Stil gehaltenes Selbstportrait in Öl Aufsehen, ohne bis dahin
systematischen Malunterricht erhalten zu haben. Erst im Jahr danach
erreichte er das Aufnahmealter für die Akademie der bildenden
Künste. 1856 wechselte er an die Kunstakademie in
Düsseldorf. Bald studierte er bei dem damals berühmten
Historienmaler Emanuel Leutze, der ihm eine Assistentenstelle
anbot. Auf Anraten des Landschaftsmalers Andreas Achenbach schlug er
dieses Angebot jedoch aus und ging nach München (1858), wo er
noch für kurze Zeit an der Akademie studierte, insbesondere bei
dem Historienmaler Karl von Piloty, und dann ein selbständiges
Atelier eröffnete. 1859-62 malte er im Auftrag von König
Ludwig I. von Bayern verschiedene Historienbilder, z.B. "Ludwig
XI. von Frankreich, den heiligen Franz von Paula um Verlängerung
seines Lebens bittend" und "Antonius und Kleopatra".
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1862 schließlich kehrte er nach einem Umweg über Paris nach
Wien zurück, wo er sich dauerhaft niederließ. Dort setzte
sich sein Erfolg fort und er wurde durch Genrebilder wie "Der
Rächer seiner Ehre" zu einem der gefragtesten Maler des
Historismus. Schon bald wurde kam er durch die Nachfrage des Publikums
und eigene Neigung zur Portraitmalerei, die er für den Rest
seines Lebens ausschließlich und mit größten Erfolg
betrieb. Seine Glanzzeit begann in den 1870er Jahren, wo er der
bevorzugte Portraitist von Adel und vornehmen Bürgertum und der
Liebling der Wiener Gesellschaft wurde. Angelis Ruhm reichte aber weit
über die Grenzen Österreichs hinaus. Er portraitierte den
Hochadel und die Herrscherhäuser in Wien, Berlin, St. Petersburg
und London. Ein besonderes, geradezu freundschaftliches
Verhältnis verband ihn mit Queen Victoria, von der er seit 1875
bei seinen regelmäßigen Aufenthalten in London (mit einem
eigenen Atelier im Buckingham-Palast) insgesamt 22 Bilder malte.
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Das preußische Kronprinzenpaar Victoria und Friedrich Wilhelm
lernte Angeli auf der Wiener Weltausstellung von 1873 kennen. Lebhaft
an der Kunst interessiert luden sie ihn sogleich nach Potsdam ein und
er malte Portraits des Kronprinzenpaars (Hochzeitsgeschenke für
den Herzog von Edinburgh). Am Berliner Hof befreundete er sich
mit dem genialen Adolf von Menzel. In den folgenden Jahren schuf er wiederholt
Portraits der Kronprinzessin, später auch ein Bild der Kaiserinwitwe
Friedrich, daß zur Ikone ihrer Witwenzeit wurde.
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Heinrich von Angeli erfreute sich durch seinen persönlichen
Charme und seine Qualitäten im gesellschaftlichen Umgang (er war
ein glänzender Unterhalter und Anekdotenerzähler und ein
talentierter Sänger) bei Publikum, Auftraggebern und Kollegen
großer Beliebtheit. Seit 1869 war Angeli zu wiederholten Malen
Vorstand der Künstlergenossenschaft Wien.
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Angelis Erfolg als Portraitist kam nicht von ungefähr. Vornehmes
Arrangement, elegante Darstellung und lebhafte Koloristik
charakterisieren seine Gemälde. Er vermied Theatralik und
affektierte Posen und konzentrierte sich auf die Erfassung der
Persönlichkeit des Dargestellten. Der wichtigste Teil seines
Oeuvres stellt ein Bilderbuch der führenden Gesellschaftsschicht
Mitteleuropas zur Zeit des fin de siècle dar.
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Heinrich von Angeli blieb bis ins hohe Alter als Portraitmaler
tätig. Er starb am 21.10.1925 in Wien.
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